Judy in  Africa

Seit Herbst 2002 ist Judy Botschafterin der internationalen Hilfsorganisation WORLD VISION. Im Januar 2003 hatten Judy & Patrick die Möglichkeit, die Demokratische Republik Kongo, Tansania und Ruanda zu besuchen, um ein bessere Vorstellung davon zu bekommen, was in den WORLD VISION- Projekten tatsächlich passiert. Hier sind einige ihrer Eindrücke:

"Unsere 10-tägige Reise durch Ostafrika war unglaublich intensiv, vollgepackt und erfahrungsreich. Sie hat ohne Zweifel einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und ein Stück unseres Herzens ist dabei in Afrika geblieben! Was für eine einmalige Gelegenheit, an Orten zu sein, denen Touristen, ja sogar Journalisten normalerweise nicht die geringste Aufmerksamkeit schenken, Menschen zu begleiten, denen es wirklich schlecht geht, ihr Leben zu sehen, es hören, riechen, ja berühren zu dürfen.


Kongo

Der Osten des Kongo befindet sich seit vielen Jahren im Würgegriff eines schrecklichen Bürgerkriegs. Immer wieder liefern sich unterschiedliche Streitkräfte, Milizen und Banden Gefechte, terrorisieren die Zivilbevölkerung und vertreiben Tausende von ihnen aus ihrem angestammten Lebensraum. Ganze Familien und Dörfer mussten vor den Massakern in der Provinz Ituri fliehen. Ziellos irren sie zum Teil Monate umher - angetrieben von einem ungeheuren Überlebenswillen. Mehr als 2 Millionen Binnenflüchtlinge leben so als Vertriebene im eigenen Land.


Goma

Zusätzlich zum Bürgerkrieg wurde die Stadt Goma im Osten des Kongo im Januar 2002 von einem heftigen Vulkanausbruch heimgesucht. Lava breitete sich kilometerweit aus und brannte Tausende Häuser bis auf die Grundmauern nieder. Selbst bei unserem Besuch ein Jahr später waren die verheerenden Auswirkungen noch deutlich zu sehen.

In Goma hat WORLD VISION deshalb verschiedene Nothilfeprojekte ins Leben gerufen, u.a. in den Bereichen Nutztierhaltung und Rehabilitation von Schulgebäuden. Insgesamt 25 Schulen hat WORLD VISION dort bereits gebaut - unterstützt durch enorme Eigeninitiative der Bewohner, die selbst Steine sammelten und Wasser und Zement herbeischleppten, um beim Bau der Schule zu helfen. Es war faszinierend zu sehen, wie stolz die Projektbewohner auf ihren persönlichen Beitrag sind. Er gibt ihnen nicht nur das Gefühl von Eigentum, sondern weckt bei den Eltern gleichzeitig den begeisterten Wunsch, ihre Kinder auch tatsächlich zum Unterricht zu schicken. (Während unserer gesamten Reise haben wir im Rahmen unterschiedlichster Projekte eine ganze Reihe anderer Beispiele für eine solche Zusammenarbeit von WORLD VISION und den Gemeinden gesehen, z.B. beim Bau von Brunnen oder bei Maßnahmen zur Verbesserung der Landwirtschaft. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden spielt offensichtlich eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Projekte.)

In Sake, eine halbe Autostunde von Goma entfernt, besuchten wir anschließend ein Nutztier-Projekt, bei dem WORLD VISION jedem bedürftigen Haushalt zwei junge Ziegen gibt. Es liegt dann in der Verantwortung dieser Leute, die Ziegen aufzuziehen, sie mit einer Nachbarziege zu paaren und anschließend die neu geborenen Zicklein weiterzugeben, damit ein anderer Haushalt davon profitieren kann.

Beni

In der Region Beni im Nordosten des Landes besuchten wir anschließend zwei Flüchtlingslager in Oicha und Mutwanga, die als Ergebnis der schrecklichen Kämpfe in der naheliegenden Ituri-Region entstanden sind. Tausende von Menschen hausen dort in einfachsten Strohhütten auf unheimlich engem Raum. Diese schwierigen Bedingungen - normalerweise Nährboden für Krankheiten und Unterernährung - werden durch das Engagement von WORLD VISION, bis vor kurzem die einzige Hilfsorganisation in der Region, zweifelsohne abgemildert. Zu den Maßnahmen gehören der Bau von Notunterkünften und Brunnen, die Verteilung von Lebensmitteln und Nothilfepaketen sowie eine medizinische Grundversorgung.

Aus Tausenden von Schicksalen, denen wir hier begegnet sind, ist mir eines in besonderer Erinnerung geblieben: Die 20-jährige Fenice erzählte mir, dass sie ihr Zuhause nach einem Angriff im Dezember, bei dem ihre Eltern und Geschwister getötet wurden, Hals über Kopf verlassen musste. Ihr Ehemann, von dem sie zum damaligen Zeitpunkt ein Kind erwartete, ist bis heute vermisst. Nachdem sie zunächst drei Tage und Nächte lang mehr als 200 Kilometer querfeldein gelaufen war, bevor sie endlich im WORLD VISION-Lager in Oicha Unterschlupf fand, wurde dort ihr Baby geboren. Sie gab ihm den Namen "Happiness".

Water

Unsere Ankunft in Katuki Spring werden wir niemals vergessen. Viel Hundert Menschen empfingen uns, jubelten uns zu, tanzten, warfen Blumen, feierten, sangen und riefen "MERCI, MERCI, WORLD VISION, MERCI!!! ", um uns für das saubere Wasser zu danken, das WORLD VISION ihnen durch den Bau von Brunnen zugänglich gemacht hat. Stolz zeigten sie uns ihre erste Quelle, eine kleine Wasserleitung mit fließendem Wasser, die jetzt nur noch 500 Meter statt bisher 3 bis 4 Stunden Fußmarsch entfernt ist. Sie hielten eine kurze Dankesrede und schenkten uns das Beste, was sie uns geben konnten: zwei lebende Tauben und sechs Eier, eingewickelt in getrocknete Bananenblätter. Das war ihr DANKESCHÖN an uns. Da waren diese wunderbaren Menschen, die vor Dankbarkeit überquollen und feierten wie verrückt - und all das wegen einer Sache, die ein solch grundlegendes menschliches Bedürfnis ist. Eines, das wir hier so oft als selbstverständlich betrachten. Wir waren beschämt.

 

Zu den anderen Projekte, die wir dort besuchten, zählten Gesundheitszentren, Krankenhäuser und Ernährungszentren. Dort trafen wir auf Mütter, denen gelehrt wurde, wie sie ihre unter- und mangelernährten Kinder ausgewogener ernähren können. Wir hielten diese zerbrechlichen Kinder und hörten uns ihre Geschichte an. Es gibt tatsächlich eine 99-prozentige Erfolgs-Chance für das Programm. Das war ermutigend zu hören!! In einem anderen Ernährungszentrum sprachen wir mit vielen Müttern, die zusammen mit ihren Kindern in einem Raum untergebracht waren, der bis zum letzten Platz mit Betten gefüllt war. Wir setzten uns auf ihre Betten und hörten uns an, was sie alles durchgemacht hatten und welche Entfernungen sie zurückgelegt hatten, um dorthin zu kommen. Genau wie wohl jede andere Mutter auf der Welt wollen auch sie einfach nur, dass ihre Kinder glücklich sind und dass es ihnen gut geht.

Tansania

Unsere Reise durch Tansania hatte einen völlig anderen Schwerpunkt. Dort bekamen wir mehr von den Entwicklungsaspekten der Arbeit von WORLD VISION zu sehen.

Ein besonderes Erlebnis während unseres Aufenthalts dort waren unsere Begegnungen mit dem Stamm der Massai. Das erste Mal begegneten wir ihnen im King'Ori-Projekt nahe Arusha. Hier, inmitten von Gesängen, Tänzen und Reden, erfuhren wir mehr darüber, wie WORLD VISION mit den Massai zusammenarbeitet. Man dankte uns für die Schulen, die gebaut worden waren, und für die Ausbildungsmöglichkeiten, die man ihnen und ihren Kindern gibt. Sie sangen sogar ein Lied in ihrer Sprache für uns, in dem sie sich für das bedankten, was sie mit Hilfe von WORLD VISION über die Tradition der Mädchen- und Frauenbeschneidung gelernt hatten, und in dem sie diese Praxis missbilligten. Die Mädchenbeschneidung ist tief in der Kultur der Massai verwurzelt und ein sehr sensibles Thema. Deshalb spricht es Bände, in dem Lied diese Resonanz zu hören... Als weiteres Zeichen ihrer Wertschätzung wurden wir unter anderem zu einem Essen eingeladen: Es gab Ziegenfleisch - ein Gericht, das normalerweise nur Ehrengäste bekommen.

Am Ende unserer Reise trafen wir in einem kleinen Dorf namens Mtoni Bombo mit einer weiteren Gruppe von Massai zusammen. Um dort hinzugelangen, mussten wir zuerst kilometerweit über eine von Schlaglöchern übersäte Dreckpiste durch den Busch fahren. Als die Massai durch WORLD VISION von unserem Besuch gehört hatten, hatten sie extra einige Büsche entfernt, damit wir mit unseren Autos überhaupt durchkamen. Mit ihnen arbeitet WORLD VISION erst seit kurzen zusammen. Auch hier wurde unsere Ankunft groß gefeiert. Später saßen wir mit den Dorfältesten zusammen - das ganze Dorf um uns herum - und unterhielten uns darüber, was sie sich von der Zusammenarbeit mit WORLD VISION erhofften. Sie zeigten sich sehr glücklich über die Schulprogramme, die bereits in Angriff genommen worden waren (Wir besuchten einige der Schulen - noch sind die meisten einfachste Lehmbauten ohne Fenster, und das Lehrerzimmer befindet sich im Freien unter einem Baum!). Auch bedankten sie sich dafür, dass man sie "aus dem Busch geholt" und ihnen so die Möglichkeit der Ausbildung gegeben hat. Gleichzeitig bestanden sie jedoch darauf, an ihrer Tradition der Mädchenbeschneidung festzuhalten. Behutsam stellten wir Fragen zu diesem Thema, doch wir spürten, dass der Zeitpunkt, sie von etwas zu überzeugen, noch nicht gekommen war. Stattdessen nahmen wir uns einfach die Zeit zuzuhören. Am Ende unseres kleinen "pow wow" traten jedoch einige Frauen an uns heran und baten uns und die lokalen WORLD VISION-Mitarbeiter, ihnen mehr über Mädchen- und Frauenrechte zu erzählen. Der

Grundstein für erfolgreiche Aufklärungsarbeit ist also auch hier bereits gelegt.

Magoma

Asha - our sponsored child

Ein persönliches Highlight dieser Reise war die Begegnung mit unserem 6-jährigen Patenkind Asha. Sie wohnt weit ab vom Schuss, und gerade als wir dachten, wir wären angekommen, mussten wir noch ein ganzes Stück einen Berg hochklettern, bevor wir endlich ihre Hütte erreichten. Dort angekommen, begrüßte uns Asha mit einem schüchternen Lächeln, und wir lernten auch gleich ihre Eltern und Geschwister kennen. Asha lebt, wie viele Kinder in der Gegend, mit ihren Eltern und drei Geschwistern in einer kleinen Lehmhütte ohne Strom und fließendes Wasser. Im Gegensatz zu vielen anderen in der Gegend haben sie jedoch großes Glück, was das Wasser angeht: Die nächste Wasserquelle ist "nur" etwa zehn Minuten zu Fuß entfernt. Um dorthin zu gelangen, müssen sie allerdings einen steilen, schmalen Pfad hinunter und anschließend wieder hoch klettern - und das mit schweren Wassereimern auf dem Kopf! Manch andere müssen bis zu drei Stunden laufen, um zu einer solchen Wasserquelle zu gelangen, und das jeden Tag! Für uns war es etwas ganz besonderes, einige Stunden mit dieser Familie und ihren Nachbarn zusammen zu sein, zu sprechen, zu essen, zu lachen und zu singen - ganz einfach einen wunderbaren Tag gemeinsam zu verbringen und ein Stück unseres Lebens zu teilen. Nie hätten sie geglaubt, je Besuch von so weit her zu empfangen. Wir dagegen hätten nie gedacht, von einer Familie in den Bergen Tansanias einmal "Mummy" und "Daddy" genannt zu werden.

Das Patenschaftsprogramm ist ein wichtiger Aspekt der langfristigen Entwicklungsprojekte von WORLD VISION, und bei unserem Besuch haben wir viel darüber gelernt, was es eigentlich bedeutet, Asha durch eine Patenschaft zu unterstützen. So ermöglicht es unsere Patenschaft Asha unter anderem, zur Schule zu gehen und die wesentlichen Impfungen zu erhalten. Doch nicht nur sie profitiert von den 30 Euro im Monat, nein, auch ihre Geschwister. Wäre es nicht schrecklich, lediglich Asha zu fördern und nur sie zur Schule gehen zu lassen, nicht aber ihre Schwestern und ihren Bruder? Die positiven Folgen einer Patenschaft erstrecken sich in der Tat auf weit mehr als auf dieses eine Kind. Insgesamt profitieren von diesem Patenschaftsprogramm 26 Dörfer und mehr als 1 700 Kinder bei einer Bevölkerung von über 50 000 Menschen. Das Patenkind ist also quasi das Fenster ins Projekt. Ein großartiges Konzept! Wir haben es erst richtig begriffen, als wir es mit eigenen Augen gesehen haben.

 

What can you do to help?!

Nach dieser Erfahrung kann ich jeden nur ermutigen, an Bord zu kommen und selbst etwas zu tun. Eine tolle Möglichkeit ist die Übernahme einer Patenschaft für 30 Euro im Monat. Das könnt ihr entweder alleine tun oder als Familie, aber auch zusammen mit Freunden oder eurer Jugendgruppe in Form einer Gruppenpatenschaft. So könnt ihr sowohl einem bestimmten Kind helfen (dem ihr auch Briefe schreiben könnt und das ihr sogar besuchen könnt) als auch seiner Familie, seinem Dorf und der ganzen Region. Wir jedenfalls glauben fest daran, dass dies Gottes Welt ist und wir alle unseren Teil dazu beizutragen haben, uns um Seine Kinder zu kümmern..."

Nähere Infos gibt's unter www.worldvision.de




Sat, 23-09-2017

ONE
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Travelling
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A Caribbean Liturgical Celebration


World Vision
Seit Herbst 2002 ist Judy Botschafterin der internationalen Hilfsorganisation WORLD VISION. Mehr dazu:
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